Barockes Universum Thüringen

Klingende Thüringer Residenzen

Thüringens Kulturlandschaft lebt von der geschichtlich gewachsenen Vielfalt großer und kleiner Fürstensitze. Jede dieser Residenzen stellt nicht nur ein architektonisches Unikat von außerordentlicher Sehenswürdigkeit dar, sondern birgt auch genauso klangvolle Schätze. Statt Kriege zu führen, machten es sich die Thüringer Fürstentümer zur Eigenschaft, Musik und Kunst zu fördern und zu ihrer Repräsentation zu verwenden. So brachte die jahrhundertelange Coexistenz der Ernestiner, Reußen und Schwarzburger das hervor, was eine wichtige Grundlage der heutigen, durch den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes geschützten deutschen Orchesterlandschaft darstellt: eine facettenreiche Musiklandschaft bestehend aus umfangreichen Hofkapellen, hervorragenden Komponisten und virtuosen Kapellmeistern. Diese Wurzeln zu portraitieren hat sich das Thüringer Barockorchester Capella Jenensis zur Aufgabe gemacht und möchte die Werke der Hofkapellmeister wie Johann Sebastian Bach, aber auch der nicht weniger qualitätvollen, jedoch weniger bekannten Kollegen wie Johann Heinrich Erlebach, Andreas Oswald, Adam Drese, Johann Krieger und weiteren Vertretern der Bachfamilie zum Erklingen bringen.

Hören & Sehen

Um diesen Thüringer Schatz hör- und sichtbar zu machen, werden die repräsentativsten Werke der jeweiligen Komponisten an ihrem Wirkungsort in einem Musikvideo eingespielt, verbunden mit Informationen zur jeweiligen Residenz, ihrer Fürsten und Komponisten. Die glanzvollen Festsäle der Schlösser, die prunkvolle Innenausstattung und die eindrucksvollen Außenansichten sollen so dem digitalen Konzertpublikum nahegebracht werden und die Neugier auf das Kultur- und Reiseland Thüringen wecken.

Das „Partiturbuch Ludwig“

Eine wichtige Quelle stellt hierbei das „Partiturbuch Ludwig“ dar, eine Sammlung von Instrumentalstücken, die vom Gothaer Schreiber und Musiker Jakob Ludwig für die damals größte Bibliothek Europas erstellt wurde. In der nach Herzog August benannten Bibliothek überdauerte es die Jahrhunderte und liefert heute die wichtigsten Informationen über die Musizierpraxis an den Fürstenhöfen Eisenach, Weimar und Arnstadt. Für einige Komponisten stellt es die einzige Quelle dar und ist somit von unschätzbarem Wert für die Musikgeschichte ganz Europas, denn es sind nicht nur Werke von mitteldeutschen Musikern vertreten, sondern auch Kompositionen ihrer Kollegen aus dem Nord- und Süddeutschen Raum, sowie Italien und anderer europäischer Länder.

Das Partiturbuch ist bis heute nicht vollständig verlegt und ein Großteil der Werke nicht auf Aufnahmeträgern hörbar.

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